Samstag, 25. Oktober 2014


Ich glaube, es passierte nachts, als ich schlief…
Denn abends war alles noch ganz gewöhnlich, alles wie ich es kenne… und morgens war es plötzlich ganz anders.  Alles hat sich geändert, es ist eine andere fremde Welt. Ich erkenne nichts wieder.
Gut, man versucht sich ja auch sonst immer irgendwie zu arrangieren, also auch diesmal. Und mit der Zeit werde ich bestimmt viele Vorzüge dieses neuen Lebens entdecken. Nur im Moment bin ich etwas verwirrt und verloren. Es gibt so viele Details und kleine hübsche Dinge, die man am liebsten ganz genau betrachten müsste, aber man hat nicht oder kaum die Zeit dazu..
Es ist schwer, das zu erklären, da ich selbst noch so wenig verstehe…
Am merkwürdigsten sind die Frauen, und so, wie sie hier existieren, scheint es ihre Welt zu sein. Manchmal denke ich, diese Frauen sind nur ihre eigenen Fantasien, aber sie leben tatsächlich.

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Montag, 29. September 2014

als ich "les enfants terribles" von jean cocteau las..

sie konnte zwei dinge zur gleichen zeit: lieb und frech sein. sie konnte es so einrichten, dass man sie mochte, und auch so, dass man sie hasste, und anscheinend genoss sie das letztere am meisten. menschen, die sie mochten sollten, suchte sie sich sehr gründlich aus. sie legte keinen wert darauf, allen oder möglichst vielen zu gefallen, aber was diese bestimmten menschen angimg, legte sie sich richtig ins zeug.
er hätte sich eigentlich glücklich schätzen sollen, zu diesen menschen zu gehören, aber er daran gewohnt, dass alle ihn mochten, er hatte wirklich große schwierigkeiten sich echte feinde zu machen -   manchmal empfand er es als lästig, aber nicht zu lange. allerdings hatte er schon gewisse freude daran, mit ihr zu tun zu haben. das interessanteste an ihr war wohl ihre echtheit. sie spielte nicht, sie meinte es ernst, auch wenn es sonst keiner glauben konnte (viele verneigten sich beinahe vor ihren angeblichen darstellungskünsten) - er wusste es, als einziger, und das war das besondere. selbst er spielte. gab es nie zu, wie auch alle anderen es sich niemals gestehen konnten. er hätte fast neidisch auf sie werden können, dafür, dass sie es nie musste. nicht ihre intelligenz oder ihr humor und auch nicht ihre schönheit fesselten ihn, sondern die echtheit. und sein wissen darum. vielleicht war es einzig und allein sein wissen - sein mitwissen, das ihn bei ihr festhielt.
 so echt wie sie war, wollte sie dementsprechend echte worte. er war am besten darin geübt, auszuweichen, und sich entscheidungen zu ersparen.  seine worte klangen nicht mal echt.


darf man je eine bühne betreten, wenn alles, was man tut und sagt, kein spiel ist sondern absolutes ernst? auch wenn sie sich selbst gar nicht so ernst nahm und betrachtete - das spiel war ihr zuwider. 
sie verließ das theater. einmal versuchte er sie davon abzuhalten, aber er gab sich auch nicht allzu viel mühe dabei. er machte es, weil die regel es so besagte: will einer gehen, versuche ihn davon abzuhalten.  sie wusste recht früh, dass  an diesem ort nichts echtes zu finden war. nur von ihm ließ sie sich zu gern täuschen. weil er sie als einziger durchschaute wurde er einzigartig. von der hoffnung zerrte sie noch lange. 
das spiel geht weiter bis in alle unendlichkeit. sie ist nicht da - und manch einer hat sicherlich erleichtert aufgeatmet, als dies feststand. was er gedacht hat, erfährt niemand.